Glas für energieeffiziente Gebäudetechnologien

Forschungsverbund Forglas gestartet
Auf der Suche nach neuen glasigen Möglichkeiten: Im Dezember 2009 hat der neue Forschungsverbund Forglas, für den die Universität Bayreuth die Sprecherfunktion übernimmt, seine Arbeit aufgenommen. Der Verbund will multifunktionale Werkstoffe aus Glas für energieeffiziente Gebäudetechnologien voranbringen. Er besteht aus fünf wissenschaftlichen Institute und 16 Unternehmen.

Da Glas in der Architektur nun einmal unentbehrlich ist, muss es auch den modernen Ansprüchen nachhaltiger Technologien standhalten. Neben Untersuchung zu Flächenanwendung von Glas will der neue Forschungsverbund mit seinen Projekten auch ganz neue Wege gehen: So kann Glas beispielweise in disperser Form in Wandanstrichen und Putz den Energiehaushalt von Gebäuden deutlich und nachhaltig verbessern – ein wichtiger Aspekt gerade bei der Sanierung von Altbauten. Weiterhin sorgt Glas für mehr Wohnqualität, weil es zum Beispiel nur für spezielle Lichtwellen durchlässig ist und dafür, dass die in Gebäuden entstehende Wärme effektiver genutzt wird.

Moderne Glastechinken

Die Forschungen der nächsten Jahre befassen sich von der Glasschmelze, über die Glasentwicklung und Glasverarbeitung bis hin zur Verbesserung der Langzeitbeständigkeit. Das Projektvolumens beläuft sich auf 5,4 Millionen Euro. Bei Forglas ist man sich im Klaren darüber, dass viele Forscher an effizienter Energienutzung und Energieeinsparung arbeiten. „Das Besondere an unserem neuen Forschungsverbund ist, dass wir uns gezielt auf den Werkstoff Glas konzentrieren“, so Professorin Dr. Monika Willert-Porada.

In den drei Arbeitsgruppen Glaskorrosion, Anwendungstechnik und Energieeffizienz sowie Glasentwicklung und Kontaktmaterialien sollen zehn Teilprojekte umsetzen – viel Arbeit, die sich jedoch lohnen wird. Immer hin sind bis 2020 Null-Energiehäuser verpflichtend –  bedeutet, dass solche Häuser im Jahresmittel nicht mehr Energie verbrauchen als sie erzeugen. „Immer nur besser zu isolieren, wird nicht funktionieren“, sagt Forglas-Geschäftsführer Dr. Thorsten Gerdes. Denn darunter leidet am Ende das Raumklima. „Ein großer Teil dieser Vorgabe wird sich über die Fassaden und Innenräume realisieren lassen.“ Dazu brauche es neues Glas.


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