Christoph Brech & ensembleKONTRASTE: VideoKunstKonzert in acht Bildern

Beeindruckende, erhebende und entschleunigende Momente verschafften Christoph Brech und das ensembleKONTRASTE am vergangenden Wochenende den abendlichen Besuchern des Nürnberger Nicolaus-Copernicus-Planetariums. Zu Messiaens Quartett „Zum Ende der Zeit“ inszenierte der Münchner Künstler eindrucksvolle Farb-Bildkompositionen. Dazu nutzte er die 360-Grad-Projektionsmöglichkeiten der Planetariums-Kuppel.

Olivier Messiaens Quartett „Pour la fin du temps“ gehört zu den wichtigsten Werken der Kammermusik des 20. Jahrhunderts. Der Komponist vollendete das Werk Anfang der vierziger Jahre als Insasse eines deutschen Kriegsgefangenenlagers bei Görlitz. Wie in vielen seiner Werke bezieht Messiaen auch hier seine Inspiration aus religiösen Quellen und dem Gesang der Vögel.

Videokunst Brech

Die Videoinstallation von Christoph Brech greift diese Hintergründe auf. Bei der Premiere zeigte er sich begeistert von der „wahnsinnigen Projektionsfläche“. Erst kurz vorher sei das Video fertig geworden. Die besondere Technik der Projektion auf die Kuppel forderten eine lange Maßarbeit: Jedes Bild nahem der Künstler einzeln mit einer speziellen Kamera auf, die Bilder reihte er anschließend passend aneinander. So wechselten statische Aufnahmen von historischen Glasfenstern mit Ansichten in vom Wind leicht bewegte Baumwipfel, bunte grelle und schnell wechselnde Rauten standen im Kontrast zu einem im Zeitraffer abnehmenden Vollmond.

„Es ist eine Gradwanderung“, erklärt Brech die Schwierigkeit dieser Art der Inzenierung. So könnten sich Musik und das ablaufende Video über dem Musikerensemble gegenseitig die Show stehlen und voneinander ablenken. Das zu kompensieren, sei eine der Herausforderungen gewesen. „Das Tempo muss hundert Prozent getroffen werden“, erläutert er den Lösungsansatz.

Als „extreme Langsamkeit in Verbindung mit Videokunst“ beschreiben die Musiker die Zusammenarbeit mit dem Künstler. Die Zeit sei in dem Stück abgesetzt, der Komponist habe in einer extremen Situation komponiert und so die Umstände bewältigen können. Messiaen selbst sprach von extremen Farbträumen, die er in der Zeit der Gefangenschaft hatte.

Die Konzertbesucher indes konnten die Situation des Komponisten gut nachempfinden und waren begeistert von der ungewöhlichen Inszenierung des klassischen Quartetts.

Das Konzert – eine Koproduktion von ensembleKONTRASTE und dem Nicolaus-Copernicus- Planetarium Nürnberg mit freundlicher Unterstützung der Kulturstiftung der Sparkasse Nürnberg sowie des Vereins Ausstellungshaus für christliche Kunst e.V. – soll im Juli noch einmal aufgeführt werden. Andere Planetarien werden ebenfalls angesprochen und gegebenenfalls auf die technische Machbarkeit überprüft.


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